Warschau – 2. Tag

Heute ging es als erstes hoch hinauf, auf das von den russischen „Freunden“ gespendete und von den Polen mitunter weniger geliebte höchste Gebäude von Polen: Der Kultur- und Wissenschaftspalast, kurz der Kulturpalast genannt. Das mit 237m höchste Gebäude Polens, im Baustil des Sozialistischen Klassizismus, wurde in den Jahren 1952 bis 1955 erbaut.

Der Kultur- und Wissenschaftspalast

Der Warschauer Volksmund hat dem Bauwerk unter anderem, den vielleicht am schmeichelhaftesten klingenden Spitznamen „Stalintorte“ verliehen.

Der Kultur- und Wissenschaftspalast II

In 114 Metern Höhe gibt es eine Panoramaplattform, die über einen Lift mit Liftführer (!), erreicht werden kann, von der aus eine klasse Sicht auf die Stadt zu erleben ist.

Blick auf Warschau

Uns hat es gefallen:

Andrea im Schatten der Kultur
Alexander im Schatten der Kultur

Vorbei am Dreh für profane weltliche Dinge wie Mobilfunk-Provider, …

Drehort für einen Werbespot

sind auch in Warschau überall die Schatten der Vergangenheit anzutreffen. Hier verlief die Mauer/Grenze des Warschauer Ghettos.

Mauerverlauf vom Warschauer Ghetto 1943

Hier das 2. Ehrenmal zum Warschauer Ghetto Aufstand, welches vielen Deutschen im Zusammenhang mit dem Kniefall von Warschau am 7. Dezember 1970 von Willy Brandt in Erinnerung sein dürfte.

Warschauer Ghetto-Ehrenmal

Nicht weit vom Ehrenmal zum Warschauer Ghetto Aufstand, befindet sich direkt neben dem Justiz-Palast, das Denkmal zum Warschauer Aufstand.

Denkmal zum Warschauer Aufstand

Der Warschauer Aufstand begann am 1. August 1944 und wird von Wikipedia folgendermaßen beschrieben: „… Als Warschauer Aufstand bezeichnet man die militärische Erhebung der Polnischen Heimatarmee (Armia Krajowa, kurz AK) gegen die deutschen Besatzungstruppen im besetzten Warschau ab 1. August 1944.  … Die Widerständler kämpften 63 Tage gegen die deutschen Besatzungstruppen, bevor sie angesichts der aussichtslosen Situation kapitulierten. Die deutschen Truppen begingen Massenmorde unter der Zivilbevölkerung, und die Stadt wurde nach dem Aufstand fast vollständig zerstört.“ Bei dem Aufstand kamen 40.000 Aufständische ums Leben oder wurden verletzt, sowie 180.000 Oper unter der Zivilbevölkerung.

In Polen trifft man leider immer wieder auf viel Leid, Elend und Vertreibung aus der jüngeren Vergangenheit, die häufig durch deutsche Politik und Handeln verursacht wurde. Als Teil der deutschen Geschichte sollte sie nicht vergessen werden, um zukünftiges Leid zu verhindern.

Morgen besuchen wir den ca. 80 ha großen Łazienki Park, eine Oase der Geruhsamkeit.

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